Papst Leo XIV bekräftigt die Rolle der Wissenschaft im Glauben

11. Mai 2026 ·

Papst Leo XIV bekräftigt die Rolle der Wissenschaft im Glauben

Papst Leo XIV hielt am Montag eine Audienz mit dem Vorstand der Stiftung für das Vatikansobservatorium und bekräftigte das Engagement der katholischen Kirche, Gott in Seiner Schöpfung durch gründliche und ehrliche wissenschaftliche Erkenntnis zu suchen.

In seiner Ansprache erinnerte der Papst an die Taten von Papst Leo XIII., der 1891 das Vatikansobservatorium wiederbegründete, zu einer Zeit, als das Verhältnis zwischen Wissenschaft und Religion von Spannungen geprägt war. Er zitierte die Aussage des Papstes aus dem 19. Jahrhundert, dass die Neugründung dazu gedacht war zu verdeutlichen, dass die Kirche und ihre Führer der echten und soliden Wissenschaft - ob säkular oder theologischen - nicht entgegenstehen, sondern sie vielmehr herzlich umarmen und fördern.

Dennoch äußerte Papst Leo XIV. die Sorge, dass die zeitgenössischen Herausforderungen sowohl für den Glauben als auch für die Wissenschaft nun in subtileren Formen auftreten, insbesondere von denen, die die Existenz einer objektiven Wahrheit leugnen. Er bemerkte: "Zu viele in unserer Welt weigern sich anzuerkennen, was sowohl die Wissenschaft als auch die Kirche klar lehren: dass wir eine ernste Verantwortung für die Bewahrung unseres Planeten und für das Wohlergehen derjenigen tragen, die darauf leben, insbesondere der Verwundbarsten, deren Leben durch die rücksichtslose Ausbeutung sowohl von Menschen als auch von der Natur gefährdet ist."

Der Papst betonte, dass das Streben der Kirche nach astronomischen Studien ein Bekenntnis zu rigoroser wissenschaftlicher Erkenntnis darstellt, die für ihre Identität unverzichtbar ist. Er reflektierte über das göttliche Geschenk des Staunens, das es den Individuen ermöglicht, die Himmelskörper zu bewundern. Der Nachthimmel steht als universelle Quelle der Schönheit allen zur Verfügung, stellte er fest, und bleibt eines der wenigen gemeinsamen Freuden in einer fragmentierten Welt.

Papst Leo XIV. bedauerte die Verbreitung von künstlichem Licht, das die göttlichen Lichter am Himmel obscuriert und die Arbeit des Vatikansobservatoriums zunehmend vital macht. Er lobte die Bemühungen der Stiftung, die Astronomieausbildung durch Sommerschulen und Workshops zu erleichtern, wodurch die Teleskope des Observatoriums zu Orten werden, an denen die Majestät von Gottes Schöpfung mit Ehrfurcht und Freude wahrgenommen wird.

In seinen abschließenden Bemerkungen erinnerte der Papst die Gläubigen daran, dass der christliche Glaube grundsätzlich in der Inkarnation verwurzelt ist, und betonte, dass Gott sich durch Seine Schöpfung ausdrückte und Seinen Sohn zu ihrer Erlösung sandte. Er erklärte: "Der Hunger, die Schöpfung umfassender zu verstehen, ist nichts weniger als ein Spiegelbild dieses unruhigen Verlangens nach Gott, das im Herzen jeder menschlichen Seele liegt."